Hallo verehrter Besucher. Auf dieser kleinen Seite finden sie Informationen zu Lesungen, Hörspielen und Features. Das Sammeln dieser ist eine kleine Leidenschaft von mir. Alle Titel, die sie hier finden, sind in meinem Fundus. Diese Seite betreibe ich zu meinem eigenen Vergnügen und damit ich den Überblick über meine Sammlung behalte.

Hier auf der Startseite werden jeden Tag neue, zufällig ausgewählte Stücke angezeigt. Ich hoffe, dass sie dadurch ein wenig auf den Geschmack kommen. Denn das Hören dieser Geschichten macht wirklich viel Spaß.

Also, viel Spaß beim Stöbern, ihr Rüdiger Sack.

Carmen in PekingKarin, einzig weibliches Mitglied einer vierköpfigen Sprachlehrerdelegation auf Chinareise, erfährt gleich zu Beginn ihres Aufenthaltes von einer kulturellen Sensation: in Peking erlebt die Oper »Carmen« ihre erste Aufführung. Und obwohl Inszenierung, Sänger und Orchester großartig zu sein scheinen, soll »Carmen« in Peking wieder abgesetzt werden. Denn »es ist ausgesprochen unsittlich, sich in China derart zu gebärden wie jene rauchenden, lachenden, spottenden Zigarettenarbeiterinnen«. Während Karin nun hartnäckig versucht, Karten für eine Aufführung zu bekommen, erfährt sie, dass eine emanzipierte Frau auch in der chinesischen Alltagswirklichkeit auf Unverständnis stößt.Friedlicher FreitagnachmittagHerr Perret geht gern zu seiner Bank und zu der netten Dame hinter dem Schalter. Diesmal wird ihr kleiner Flirt von zwei unangenehmen Herren unterbrochen. In Sekundenschnelle sind die Kassen leer, und in der Bank liegt ein Toter. Perret muss die geschockte Dame vom Schalter zu ihrer Großmutter nach Hause begleiten. Jetzt könnte die Romanze ihren Lauf nehmen. Doch die Dame ist am nächsten Tag verschwunden. Bei seinem Versuch, sie wiederzufinden, stößt er auf mörderische Tatsachen.Die Nackten kleidenWie in allen Stücken Pirandellos geht es um die Themen Wahrheit und Lüge, Schein und Sein - um die Auflösung des Menschen in Bilder, die er von sich macht, und solche, die sich andere von ihm machen... In dem 1922 entstandenen Stück wird das Schicksal der jungen Ersilia geschildert, die ihren Selbstmord mit romantischen Lügen begründet, um wenigstens am Ende ihres Lebens rein und unschuldig zu erscheinen. Ins Leben zurück gerissen, muss sie die Lügen zurücknehmen und die für sie erniedrigende Wahrheit ihrer Verfehlungen gestehen. Diese Wahrheit treibt sie abermals in den Tod: "Für diese Tote hat es keine Kleider gegeben..."Professor Tarantogas SprechstundeTüftler, Spinner und Utopisten präsentieren ihre teils kuriosen, teils unmöglichen Erfindungen. Der Erfinder des Perpetuum mobile gibt sein Ehrenwort, dessen Funktionstüchtigkeit zu beweisen, sofern ihm Professor Tarantoga, Spezialist für Erfindungen, doch bitte einen Vorschuss gäbe. Der Zudecker von Erfindungen möchte durch Manipulation der Vergangenheit die Entdeckung der Atomkraft ungeschehen machen. Ein anderer will mit seinem Phantomotron okkulte Geistwesen erzeugen, um den Spiritismus zu rechtfertigen. Wieder einer hat die perfekte Waffe gegen den Terrorismus erfunden, bietet aber dazu auch Gegenmittel und Gegen-Gegenmittel an, weil ja schließlich Rüstungskonzerne auch Panzer und Panzerabwehrraketen zusammen verkaufen. Schließlich stellen sich zwei Herren Tarantoga als Antecipisten vor. Ihre Tätigkeit sei die Erfindungsprophylaxe, was freilich nicht bedeute, dass sie Erfindungen zu verhindern gedächten, im Gegenteil: Die Menschheit solle rechtzeitig auf künftige Entwicklungen vorbereitet werden, um so dem Schock ungewollter, aber nicht mehr vermeidbarer Folgen von Erfindungen zu begegnen. Nicht nur, dass die beiden sich zu diesem Zweck eine neue, zweckdienlichere Anatomie für den Menschen ausgedacht haben; sie präsentieren auch eine von ihnen entwickelte "existentielle Relativitätstheorie", mit der sie angesichts der materiellen, geistlosen Welt die Schaffung eines völlig neuen Glaubens propagieren, die Errichtung einer neuen, begrifflichen Welt, um ein positives Bild der Zukunft zu zeichnen; es werde eine Ingenieurtechnik der Sinngebungen und Werte entstehen, nicht um propagandistische Hoffnung zu wecken, sondern um den Bedürfnissen des Menschen zu dienen und ihm eine neue Daseinsberechtigung zu geben.Wir beide, Oskar, für immerDer siebenjährige Max hat Probleme, denn keiner glaubt ihm diese Geschichte: Immer, wenn er aus der Schule kommt, wartet ein großer Löwe auf ihn. Dann rennt er nach Hause, ist vor dem Löwen da. Eines Abends findet er den Löwen sogar in seinem Zimmer. Der Löwe kann sprechen, nennt sich Oskar und hat überhaupt keinen Appetit auf Max. Die beiden werden wunderbare Freunde.Und auf einem Faschingsfest staunen alle, wie echt Oskars Löwenkostüm aussieht. Sie wundern sich nur, dass man den Reißverschluss einfach nicht finden kann.Nach der LiebeleiRolf Schneider zu seinem Hörspiel über die Beziehung des Dichters Arthur Schnitzler mit der Schauspielerin Adele Sandrock:"Schnitzler und die Sandrock hatten eine stürmische Beziehung, die keine zwei Jahre hielt. Später sahen sie sich noch manchmal und wechselten auch Briefe. Zuletzt begegneten sie einander 1929, zwei Jahre vor Schnitzlers Tod. Der Dichter saß im Parkett des kleinen Berliner Theaters Unter den Linden; die Sandrock war dort engagiert. Man hatte ihr die Anwesenheit des berühmten Besuchers vermeldet, sie spähte durch das Guckloch im Vorhang, sah ihn und stöhnte: "O Gott, ist der alt geworden!" Unser Hörspiel lässt diesem Wiedersehen auf Entfernung ein Treffen auf engem Raume folgen. Zwei nicht mehr junge Menschen erinnern sich ihrer einstigen erotischen Leidenschaft, was zugleich komisch und rührend ist. Sie streiten sich wie einst. Sie versöhnen sich wie einst. Sie reden über Kunst und Leben, über Arbeit und Spiel, über Liebe und Tod. Das Politische der Zeit eines wachsenden europäischen Faschismus wird nicht ausgespart. Am Ende ist es Schnitzler, der die Zeche bezahlen muss, nicht nur im wörtlichen Sinn. Dieses Treffen ist eine Erfindung. Ist es eine Erfindung? Vielleicht hat es sich ereignet, und wir wissen es nur nicht. Wenn es sich ereignet hat, ist es genau so abgelaufen wie hier beschrieben."Das geteilte IchUm den dominierenden Teil seines Wesens vor einer akuten Virus-Schizophrenie zu schützen, hat man Alistair Crompton im Alter von elf Jahren einer Massivspaltung seines Ichs unterzogen und seine problematischen Persönlichkeitsteile auf Androiden übertragen. Crompton weiß, dass eine wirkliche Gesundung nur durch die spätere Reintegration der schizoiden Charaktere möglich ist. Mit 35 Jahren hat er sein eintöniges Leben satt und besteht - gegen den Rat seines Psychiaters - auf Wiedervereinigung. Einen seiner "Duriers" findet Alistair auf dem Mars. Der windige Edgar Loomis sträubt sich heftig gegen seine Wiederaufnahme - zunächst.EsauDer Extrembergsteiger Jack findet in einer Gletscherspalte im Himalaya einen rätselhaften Schädel. Zurückgekehrt in die USA, schenkt er ihn seiner Freundin Stella, einer Paläoanthropologin, die das Fossil ´Esau´ tauft und glaubt, das evolutionäre Bindeglied zwischen Schimpanse und Australopithecus entdeckt zu haben. Einziger Haken: Esau müsste vor 50.000 Jahren gelebt haben, der Schädel ist aber nicht älter als 1000 Jahre. Stella und Jack begeben sich mit einer Gruppe von Wissenschaftlern auf die Suche nach Esaus Nachfahren in den Himalaya und treffen auf die atemberaubende Spur des legendären Schneemenschen...Mrs. Alis unpassende LeidenschaftMajor a.D. Ernest Pettigrew führt das beschauliche Leben eines echten englischen Gentleman. Ehre, Pflicht, Wohlanständigkeit, Golfclub und Nachmittagstee sind die Anker seines Witwerlebens. In einem Moment völlig unpassender Schwäche - er hat soeben eine schlimme Nachricht erhalten - lernt er die ebenfalls verwitwete Ladenbesitzerin Mrs. Jasmina Ali kennen, und aus dieser Begegnung erwächst eine Freundschaft und Nähe, die nicht nur die Familie der beiden, sondern das gesamte Städtchen Edgecombe St. Mary in Aufruhr versetzt.Verkauftes SterbenRechtsanwalt Rainer Esch mag es nicht glauben: Selbst mit den Lebensversicherungen Todkranker werden noch Geschäfte gemacht. Als der Mandant, der ihm davon erzählt hat, sehr überraschend stirbt, stößt Rainer auf noch mehr unglaubliche Vorgänge im Gesundheitswesen und auf sehr kreative Apotheker...Wie Nomaden reisenDie Unruhe ist in uns, einen Zug zum Unsteten hat auch der Sesshaftige in sich aufbewahrt. Über dieses Nomadische, das zugleich fremd und vertraut, erregend und melancholisch stimmend ist, sprechen Dichter, Philosphen und Musiker: z.B. Heinrich von Kleist und Christa Wolff, Friedrich Nietzsche und Paul Virilio, Pierre Clastres und Michel Foucault, offen oder versteckt, sich selbst nicht immer bewusst. Wolfgang Hagen hat 1983, lange vor der intellektuellen Entdeckung des syklischen Unterwegsseins in unserer Gegenwart, in einer nomadisierenden Sprach- und Klangreise, die mit Worten aus der Bibel beginnt und einem Text von Franz Kafka endet, die Spuren dieses versteckten Bewusstseins gelesen und miteinander in Beziehung gesetzt. Gottfried von Einem hat das Hörspiel elektronisch auf neuen Standard gebracht und zum Teil neu gemischt.Der Tod hört mitEin Familiendrama ganz im Sinne des Grand Guignol: Der Hausherr will zu einem Geschäftstreffen in die Stadt. Bevor er abreist und Frau und Dienerschaft sich selbst überlässt, gibt es Streit. Während der langen Kutschfahrt überstürzen sich die Ereignisse.