Hallo verehrter Besucher. Auf dieser kleinen Seite finden sie Informationen zu Lesungen, Hörspielen und Features.
Das Sammeln dieser ist eine kleine Leidenschaft von mir. Alle Titel, die sie hier finden, sind in meinem Fundus.
Diese Seite betreibe ich zu meinem eigenen Vergnügen und damit ich den Überblick über meine Sammlung behalte.
Hier auf der Startseite werden jeden Tag neue, zufällig ausgewählte Stücke angezeigt.
Ich hoffe, dass sie dadurch ein wenig auf den Geschmack kommen. Denn das Hören dieser Geschichten macht wirklich viel
Spaß.
Also, viel Spaß beim Stöbern, ihr Rüdiger Sack.
Der PassfälscherIn seinem Buch "Der Passfälscher" hat der Autor sehr eindringlich seine Erinnerungen an Deutschland in den 40er Jahren beschrieben. Es ist die ergreifende Geschichte eines jungen Grafikers, der mit gefälschten Ausweisen zahllosen Verfolgten des Naziregimes das Leben rettete und dabei selbst ständig auf der Flucht sein musste. Die Sprache, in der Schönhaus über die extremen Bedingungen dieser Jugendjahre erzählt, klingt lebendig wie das gesprochene Wort. Sie macht spürbar, dass trotz aller äußerlichen Bedrohung Werte wie Vertrauen, Wärme und sogar Spuren von Lebensfreude einen Platz hatten.Blaubarts GärtnerKnut Herkenrath, ein erfolgloser Krimiautor, tröstet sich damit, dass wirklich große Künstler niemals Erfolg haben. Erst als seine Freundin ihren Job verliert, bietet er notgedrungen per Kleinanzeige seine Dienste feil. Ein kauziger Yachtbesitzer namens Emil Türkwein heuert ihn schließlich als Gärtner an, denn er plant einen literarischen Rückblick auf sein Leben, den er mit pikanten kriminellen Details würzen will. Herkenrath soll ihm dabei helfen, seine längst verflossenen Exfrauen quasi nachträglich umzubringen, natürlich nur in der Fiktion. Behauptet er jedenfalls.Meine Seele war schwarz von FliegenIn der Frühe öffneten sie unseren Viehwaggon. Und wir erfuhren, dass wir in Dresden sind. Sie stellten uns auf, und drei Wachsoldaten führten uns durch die Stadt. Ich sah Häuser, wie ich sie noch nie im Leben gesehen hatte. Auf allen gab es irgendwelche Skulpturen. Ich erinnere mich, dass ich einmal ein Buch über Deutschland gelesen hatte. Darin hieß es, Deutschland sei das Land der Statuen und Skulpturen. Und tatsächlich. Nicht nur die Häuser waren voll, wohin man auch schaute, überall gab es Denkmäler. Wir gingen über endlosen Asphalt, und Deutsche jeden Alters beobachteten uns dabei - auf der Straße und aus den Fenstern der Häuser. Und sie zeigten mit Fingern auf uns. Wir waren mehr als 200. Und fast alle hielten den Kopf gesenkt. Nur ganz selten hoben wir unsere schweren Köpfe, um unseren Hass bis in die oberen Stockwerke zu schicken, aus denen uns tödliche Masken zu beobachten schienen. Sie lachten und zeigten auf den Letzten in unserer Kolonne. Er war völlig zerlumpt und konnte, weil ein Bein gebrochen war, nur mit Mühe gehen. Vasilij Baranov, der mit diesen Sätzen sein Tagebuch beginnt, wurde im September 1942 als Ostarbeiter nach Deutschland verschleppt. Der Siebzehnjährige schreibt auf Fahrpläne der deutschen Reichsbahn, die er in den Ritzen der Holzdielen versteckt. Ein knappes halbes Jahr führt Baranov, der überlebte und 1945 von den Amerikanern befreit wurde, Protokoll, bevor er aus physischer Erschöpfung und Verzweiflung verstummt. In seinen bisher unveröffentlichten Aufzeichnungen spricht der Junge, der vorher Musik studiert hatte, über seine Sehnsucht nach Russland, seinen Kampf gegen Hunger und Kälte und seine qualvollen Versuche zu überleben.Nicht mein BeinEines Tages versteht er sein Bein nicht mehr. Es verweigert ihm für einen kurzen Moment den Gehorsam und zittert. Das ist das erste Zeichen. Was dann folgt, ist der lange Weg in das Gefängnis des eigenen Körpers. Die Handschrift versagt, die Arme schwingen beim Gehen nicht mehr mit, die Mimik wirkt mehr und mehr wie eingefroren. Körperlicher Ausdruck und inneres Befinden stimmen nicht mehr überein. Das alltägliche Leben wird immer schwieriger. Nach acht Jahren, falschen Diagnosen und Ratschlägen vieler verschiedener Ärzte erhält er durch eine komplizierte Gehirnuntersuchung Klarheit. Wie wäre sein Leben verlaufen, hätte er die tatsächliche Ursache früher erfahren? Was hätte er anders gemacht, was wäre vielleicht anders ausgegangen?Krim-Krieg in WiesbadenEine prachtvolle Benefizgala im Wiesbadener Nobelhotel Hessischer Hof. Alle sind da: die Schönen und die Reichen der hessischen Landeshauptstadt, die Industriellen, die Politiker und natürlich die Pressefotografen, darunter Camillo Falk. Plötzlich stolpert eine Prostituierte auf das Parkett und stirbt.Die Spur der Frau führt Camillo zu einem der Hotelzimmer. Hier findet er die Leiche des schwerreichen Wiesbadener Sektfabrikanten Hans Struck, getötet mit dem abgebrochenen Hals einer Krimsekt-Flasche. Wenige Minuten vor seinem Tod hatte Struck noch eine brillante Rede vor den Gästen gehalten.Die Aufzeichnungen sämtlicher Sicherheitskameras sind jedoch verschwunden, und das BKA hält sich bei den Ermittlungen merkwürdigerweise sehr zurück. War der Mörder unter den Gästen? Hat das tote Mädchen noch etwas sagen oder auf jemanden zeigen wollen?Die Ermittlungen führen den Fotografen und Hobbydetektiv Camillo und seinen Sohn, Hauptkommissar Raymond Falk, in zwei Richtungen: Es soll eine Gruppe von ukrainischen Krimsekt-Herstellern geben, die mit äußerst brutalen Mitteln versuchen, die hessische Sektproduktion zu übernehmen. Eine andere Fährte führt Raymond in die Villengegend, dem vornehmen Vorort, wo Strucks Witwe die hessische Politik und sogar die Landesregierung beschuldigt, in den Fall verwickelt zu sein ...PassionDer Aufstand im Warschauer Ghetto vor 50 Jahren, Frühjahr 1943. Ein Beispiel zivilen Widerstandes: Der polnische Architekt Jan Malecki und seine schwangere Frau Anna gewähren der jungen Jüdin Irena schützendes Asyl. Sie ist Jans frühere Freundin. Täglich wächst die Gefahr und damit auch Jans Furcht vor den Konsequenzen, die für alle tödlich sein könnten.MuttersterbenDie Nachricht vom Tod der Mutter führt den Ich-Erzähler zurück in die Vergangenheit: "Auf ihrem letzten Foto hat die Mutter das Kleid schon an, in dem sie später beerdigt wird. Das hat ihr immer gut gestanden, und weil das ihr letztes Foto ist, sagt Vater. Vom Tod gezeichnet, so wie das landläufig so heißt, so schaut Mutter eineindeutig neun Monate vor ihrem Tod. Als müsse sie in unvorbereitet kürzester Zeit Stellung beziehen, wo ihr doch die bloße Anwesenheit die ärgste Anstrengung war. Alles gerinnt zu einem sogenannten. Sie steht täglich vor mir. Träume ich, ist sie nicht tot." (Michael Lentz)NeununddreissigneunzigOctave Parango ist Konzeptredakteur in einer großen Werbeagentur. Sein Job ist es, die Konsumenten süchtig zu halten. Aber Octave, der hoch bezahlte Kämpfer an der Absatzfront, beschließt zu desertieren. Mit 33 Jahren will er seine monatlichen 33.000 Euro, Dienstwagen, Traumreisen, Models und Unmengen von Gin-Tonics aufgeben. Er hat die Nase voll - nicht nur vom Kokain. Octave will aussteigen. In einem partisananhaften Racheakt beginnt er, den Zynismus und die Geschmacklosigkeit der Werbebranche zu entlarven. Eine gnadenlose Innenansicht, die ihn rund um die Welt und an den Abgrund führt.StraßenbluesEine Straße erzählt. Gesprächsfetzen, Gedankensplitter in den Köpfen der Passanten, Zufallsbegegnungen, small-talk, das Brausen des Verkehrs, Angstvisionen, der Bettelgesang eines Stadtstreichers, Alpträume, Fluchtträume mischen sich zu einer schrillen Großstadt-Kakophonie, die sich allmählich in den Geschichten einzelner Protagonisten auflöst. Aus dem Chaos bruchstückhafter und sich überlappender Augenblicksbeobachtungen und biographischer Fetzen entsteht ein Geflecht von Erzählungen. Was all die disparaten und systematisch unvollständigen Biographien zusammenhält, ist der Grundton des ´Blues´ darin, die Mischung aus Trotz und Resignation, Lebensgier und Todessehnsucht, Fernweh und Heimweh.Der FliegerEinen roten Milan hat der Schneider in seinen Keller eingesperrt. Der große Vogel ist das Vorbild für seinen Flugapparat. Sein ganzes Denken ist beherrscht vom Traum, eines Tages die Welt unter sich zu lassen, sich über die Enge der Verhältnisse zu erheben. "Wer braucht noch eine Absperrung der Länder, wenn man sich in die Luft erheben kann. Die Freiheit wird sich von den Stricken befreien und sich über alle Grenzen hinaus ausbreiten, wie warme Luft. Der rostige Stacheldraht wird sich kringeln von Neid und schließlich an seiner Sinnlosigkeit krepieren." (Kerstin Specht)EpitaphHeimrad Bäcker, österreichischer Autor und Verleger, starb im Mai 2003 in Linz im Alter von 78 Jahren. Sein Lebenswerk und literarischer Nachlass ist eine "Nachschrift" des Nationalsozialismus und des Holocaust. Mit den Methoden der konkreten Poesie bearbeitete Becker schriftliche Zeugnisse der unbeschreibbaren "nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie" und Sprach- und Aktenmaterial des Dritten Reiches. Ein Prozess, der die verschleiernde und vertauschende Sprachverwendung totalitärer Systeme verdeutlicht. Gemeinsam mit dem Autor hat Ronald Steckel aus veröffentlichten und unveröffentlichten Texten das Hörspiel "Epitaph" zusammengestellt. Es wurde im Januar 2004 Hörspiel des Monats.Ein Mann namens OveOve ist der Nachbar aus der Hölle: Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde, schreibt Falschparker auf, räumt Fahrräder an ihren Platz und prüft die Mülltrennung. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein viel zu großes herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr in seinem Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht eine junge Familie ins Reihenhaus nebenan, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet...