Hallo verehrter Besucher. Auf dieser kleinen Seite finden sie Informationen zu Lesungen, Hörspielen und Features. Das Sammeln dieser ist eine kleine Leidenschaft von mir. Alle Titel, die sie hier finden, sind in meinem Fundus. Diese Seite betreibe ich zu meinem eigenen Vergnügen und damit ich den Überblick über meine Sammlung behalte.

Hier auf der Startseite werden jeden Tag neue, zufällig ausgewählte Stücke angezeigt. Ich hoffe, dass sie dadurch ein wenig auf den Geschmack kommen. Denn das Hören dieser Geschichten macht wirklich viel Spaß.

Also, viel Spaß beim Stöbern, ihr Rüdiger Sack.

Ich sterb vor Durst an der QuelleDas letzte Hörspiel von Hubert Fichte schildert die Begegnung zwischen zwei Dichtern in der Mitte des 15. Jahrhunderts: des »Räubers« Fançois Villon und des Herzogs Charles d´Orléans. Eine entscheidende Rolle dabei spielt die Musik von Josquin des Près, die es zur Zeit dieser Begegnung noch gar nicht hätte geben können. Doch - so Hubert Fichte in einer kurzen Vorrede: »Die Künste bewegen sich nicht synchron... Villon war Zeitgenosse von Charles d´Orléans; der eine weist in die Neuzeit, der andere zurück in den Hellenismus, ins Anakreontische. Josquin des Près komponierte zur Zeit der Lutherbibel, des Buchdrucks, der Entdeckung Amerikas - nichts aber scheint mir die letzte Klage des Mittelalters, dies ´Je meurs de soif auprès de la fontaine´ der Epoche Eduards des Zweiten, Jeanne d´Arcs, Gilles de Rais´, Thomas von Aquins so auszudrücken, wie jenes´ Mille Regretz´ des Prinzen der Musik.«Fliegender SternEigentlich ist Fliegender Stern schon einer von den Großen. Mit den Kleinen spielt er jedenfalls nicht mehr. Viel lieber reitet er mit den Jägern in die Prärie und fängt Büffel. Zwar darf er zum ersten Mal reiten, doch unter den Großen bleibt er der Kleine, genauso wie sein bester Freund Grasvogel. Bei den Männern ihres Stammes gehen die beiden nun zur Schule, sie lernen fleißig, mit Pfeil und Bogen umzugehen - und natürlich lieben sie ihr neues Leben. Aber sie müssen auch mit ansehen, wie die Jagdzüge der Männer immer schwieriger werden. Seit der Weiße Mann überall auftaucht, sind die Büffel verschwunden, die das notwendige Essen für den Stamm liefern, genauso wie das Leder für Kleidung und Zelte. Also beschließen Fliegender Stern und Grasvogel, allen zu beweisen, dass sie doch schon zu den Großen gehören - sie reiten zum Weißen Mann, um ihm zu erklären, was er den Indianern antut.BlindbandEin Schriftsteller verliert nach einem Unfall sein Augenlicht. Der einst gefeierte Literat fürchtet nichts mehr als dunkle Räume und geschlossene Türen. Getrieben von einer geradezu grotesken Furcht vor der Enge der Finsternis, sucht er verzweifelt nach einem Weg, endlich wieder etwas aufs Papier zu bringen.Er annonciert. Wie muss ein Gehilfe beschaffen sein, der dem mürrischen und reizbaren Dichter seine Augen und seine Hände leiht? Was entsteht, wenn der eine sieht und der andere denkt? Zwei Männer sitzen sich gegenüber, der eine redet, der andere tippt.Viel Frust für FrostPolizeiinspektor Frost nutzt eine nächtliche Routineobservierung in seinem Dienstwagen wieder einmal dazu, sein Schlafdefizit auszugleichen. Es wird ihm allerdings einigen Ärger einbringen, dass er diesmal auch sein Funkgerät ausgeschaltet hat. Denn gerade in dieser Nacht ist in dem beschaulichen Städtchen der Teufel los. Die unheimliche Vergewaltigungsserie in den Denton Woods hat ein weiteres Opfer gefordert. Eine besorgte Mutter vermisst ihre minderjährige Tochter, ein Raser hat einen alten Mann überfahren, wenig später wird auch noch ein Überfall auf einen Spielclub gemeldet. Dicke Luft also auf dem Polizeirevier von Denton, als Frost endlich in zerknittertem Aufzug erscheint. Abteilungsleiter Mullet wäscht Frost erst einmal gehörig den Kopf, bevor er ihm den heikelsten Fall zuschiebt.Der GolemDie sagenhafte Gestalt des Golem geht zurück auf Legenden aus dem Prager Ghetto, die die Geschichte des Rabbi Löw erzählen, der im 16. Jh. eine aus Lehm geformte Figur zum Leben erweckte. In Meyrinks Roman verfällt der Erzähler in eine Art Halbschlaf, sein Bewußtsein schwindet und er findet sich als Gemmenschneider Athanasius Pernath im Prager Ghetto wieder. Während er im Ghetto umherstreift, in dieser geheimnisvollen, verwinkelten, von versteckten Gängen durchzogenen Welt, die mit rätselhaften, tückischen, aber auch arglos reinen Gestalten bevölkert ist, sieht Pernath bis in die tiefsten Abgründe seiner Seele. Die wiederkehrenden Begegnungen mit dem Golem werden zur Konfrontation mit den destruktiven Energien seines verdrängten Trieblebens.Das Licht zwischen den Meeren1926, Janus Rock. Auf einer abgelegenen Insel im Westen Australiens arbeitet Tom Sherbourne als Leuchtturmwärter. Mit seiner Frau Isabel führt er ein erfülltes Leben fern des Trubels einer Welt im Umbruch. Nur eines trübt ihr Glück: Ein Kind bleibt ihnen verwehrt. Bis sie eines Morgens am Strand ein Ruderboot entdecken, in dem die Leiche eines Mannes liegt - und ein neugeborenes Baby. Während Tom die Küstenwache alarmieren will, schließt Isabel das kleine Mädchen in die Arme - und für immer in ihr Herz. Gegen Toms Willen nehmen sie das Kind als ihr eigenes an und nennen es Lucy. Zwei Jahre später kehren sie aufs Festland zurück - und müssen erkennen, dass ihre Entscheidung das Leben eines anderen Menschen zerstört hat...AngstmänEs ist aufregend, eine Nacht alleine zu sein. Jennifer tut sofort, was sie nicht darf - mit Schuhen aufs Bett, heimlich Pizza bestellen, alle Fernsehprogramme durchzappen, und dann kommt doch die Angst. Jennifer bewaffnet sich, sieht überall nach - und da! Im Schrank sitzt schon einer - Angstmän, ein zerknautschter Superheld. Der größte Schisshase des Universums. Hat sich verflogen auf der Flucht vor Pöbelmän, dem gemeinsten Superhelden aller Galaxien.Und kaum haben Angstmän und Jennifer die ganze Wohnung verbarrikadiert, da steht Pöbelmän schon vor ihnen. Er weiß genau, wo sich Angstmän am liebsten versteckt. Er lacht den Angstmän so gemein aus, dass Jennifer all ihren Mut zusammennimmt und sich gar nichts von Pöbelmän gefallen lässt.UnbescholtenSchon in seinem Hörspiel "Mackenzies Messer" beschäftigte sich Niezoldi mit dem Thema "Aggression". Nun greift er es ein zweites Mal auf. In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um die wohlbekannte offene Aggression gegen Außenseiter, sondern um die versteckte des angepassten Menschen, der scheinbar ruhig dahinlebt. Ein braver Bürger, beliebt und geschätzt bei Freunden und Kollegen und natürlich "unbescholten", verabscheut sein Mitläufertum. Unfähig auszubrechen, bringt ihm seine Anpassungsgabe nicht Ruhe ein, sondern Konflikte.Das Wittgenstein-ProgrammLondon im Jahr 2013. Spektakuläre Morde stehen auf der Tagesordnung. Mit einem Computerprogramm werden gentechnische Analysen durchgeführt, potentielle Mörder unter Philosophennamen gespeichert. Da betritt ein neuer Killer die Szene. Er knackt den Code des Computers, und nun folgt ein Opfer dem anderen. Kommissarin Jake jagt den skrupellosen Mörder. Sein Credo: Selbstschöpfung durch Vernichtung. Sein Deckname: ´Ludwig Wittgenstein´.Cave CanemDer "Klugscheißer auf Samtpfoten" ist zurück. Der Katzer mit dem Spürsinn eines Meisterdetektivs hat diesmal wirklich Probleme, denn im Revier droht Krieg. Ein Serienmörder geht um, metzelt wahllos Katzen und Hunde, und die eh schon verfeindeten Tiere beschuldigen sich gegenseitig, den Täter in den eigenen Reihen zu schützen und sein Handeln zu billigen.Um die drohende Eskalation zu verhindern, wenden sich die Anführer der Hunde und Katzen an Francis mit der Bitte, den Fall zu lösen. Dem Kater zur Seite steht - ausgerechnet - ein alter Polizeihund: Hector mit Namen, und das unglecihe Paar macht sich - zumindest was Francis betrifft - widerwillig an die Arbeit.Was nun folgt, ist ein Kriminalfall der besonderen Art, ein Abstieg in tierische wie menschiche Abgründe. Mit "Cave Canem" hat Akif Pirinçci nach dem Katzenromanen "Felidae" und "Francis" ein weiteres Mal bewiesen, dass ihn als Autor zwei Fähigkeiten ganz besonders auszeichnen: er hat ein Faible für komplexe, klug gesponnene Geschichten; und er weiß diese Geschichten sprachlich meisterlich umzusetzen: da ist Witz, da ist Spannung, da treffen gelungene Charakterisierungen mit ausgefeilten szenischen Beschreibungen zusammen.Francis besitzt alle Attribute eines interessanten Charakters. Er ist eitel. Er ist ein Frauenheld und ausgeprägt selbstbewusst. Er ist, wenn man so will, ein Bogart im Tierreich und kann mit seinen coolen Sprüchen nicht ganz seine "menschlichen" Qualitäten und Sehnsüchte überdecken. Kurzum: er ist eine Persönlichkeit mit hohem Unterhaltungspotenzial - und doch ist die Fabel aus dem Reich der Hunde und Katzen alles andere als ein Märchen für Erwachsene. Im Gegenteil: geschrieben vor dem Hintergrund des Kosovo-Konfliktes hat Akif Pirinçci weit mehr Zeitkritisches verarbeitet, als man es von einem Bestsellerautor gemeinhin erwartet.Neben dem ausgereiften Text findet man in der sprachlichen oder vielmehr schauspielerischen Interpretation Tilo Prückners ein zweiter Kunstwerk. Prückner liest nicht bloß - er spielt die Rollen so überzeugend, wie man es von ihm als Darsteller skurriler - mal lustiger, mal tragischer - Film- und Bühnenfiguren gewohnt ist. Jdem einzelnen Charakter haucht er mit seiner Stimme Leben ein. Der Erzähler Prückner zaubert selbst - mit dem zauberhaften Material der Geschichte.Parzivals WegSchon mehrfach hat sich der Dramatiker Tankred Dorst in seinem Werk parabelhaft mit der Sagenwelt um König Artus beschäftigt. In dem Hörspiel ist Parzival ein Suchender, der Gott und Paradies auf Erden finden will.Vergeblich irrt er umher und wird zum Gespött und Schrecken der Gesellschaft. "Ich schlage alles kaputt, ich verwüste das ganze Land, ich töte alles, was lebt, bis Er allein noch übrig bleibt!" Nicht wissend, was Leben und was Tod bedeutet, in einer Welt, die ihm verschlossen bleibt, taumelt Parzival durch "die kleine Wüste der Taubheit und die größere der blinden Taten".Michael KramerIm Mittelpunkt der Handlung steht die Gestalt des Malers und Akademieprofessors Michael Kramer, der sich vergeblich um das Vertrauen seines Sohnes Arnold bemüht. Arnold, ebenfalls Maler, ist hochbegabt, aber labil. In Hassliebe an den Vater gebunden, hat er sich in seiner Lebensführung außerhalb der bürgerlichen Normen und Moralvorstellungen des übermächtigen Vaters gestellt. Beide ringen verzweifelt und mit untauglichen Mitteln um die Liebe des anderen. Erst die menschliche Katastrophe vermag den harten Moralpanzer Michael Kramers zu brechen.