Hallo verehrter Besucher. Auf dieser kleinen Seite finden sie Informationen zu Lesungen, Hörspielen und Features. Das Sammeln dieser ist eine kleine Leidenschaft von mir. Alle Titel, die sie hier finden, sind in meinem Fundus. Diese Seite betreibe ich zu meinem eigenen Vergnügen und damit ich den Überblick über meine Sammlung behalte.

Hier auf der Startseite werden jeden Tag neue, zufällig ausgewählte Stücke angezeigt. Ich hoffe, dass sie dadurch ein wenig auf den Geschmack kommen. Denn das Hören dieser Geschichten macht wirklich viel Spaß.

Also, viel Spaß beim Stöbern, ihr Rüdiger Sack.

Wie der Soldat das Grammofon repariertAleksandar wächst als Einzelkind in Visegrad, einer Kleinstadt in Bosnien, auf. Er malt unfertige Bilder, lernt Lexika auswendig und kann ganze Passagen aus dem "Kapital" aufsagen, worauf sein Großvater - ein leidenschaftlicher Marxist - besonders stolz ist. Sein größtes Talent aber ist Geschichtenerzählen. Immer wieder treibt er seinen Lehrer in den Wahnsinn, weil er sich nicht an das Thema für den Erlebnisaufsatz hält. Doch der Beginn des Bürgerkriegs 1992 ist ein Ereignis, das so brutal und unfassbar ist, dass es für andere Geschichten kaum noch Platz lässt. Mal mit schlichter Ehrlichkeit aus der Sicht des Kindes, mal sprachmächtig und distanziert aus der Sicht des jungen Erwachsenen, der inzwischen mit seinen Eltern nach Deutschland geflohen ist, beschreibt Sasa Stanisic die Erlebnisse seines Protagonisten: das Aufwachsen in einer rohen, aber intakten Welt und der gewaltsame Verlust dieser Welt, nachdem die Paramilitärs - "Bräutigame mit Bart, oben Tarnjacke, unten Trainingshose" - mit Schusssalven "die Stadt zur Braut genommen haben".Doppeltes SpielLudo Rinizzi arbeitet im Leichenschauhaus. Gerade hat der Hobbyschriftsteller seinen ersten Roman fertig gestellt. Auf Anraten seines Literatur besessenen Freundes Simon schickt er ihn an die Pariser Éditions K, und tatsächlich lädt Verleger Krusowicz ihn zum Gespräch ein. Doch der Verleger will nicht Ludos Roman, sondern nur seinen wohlklingenden Namen. Ludo soll ihn hergeben für den Stoff eines anderen und dem bereits druckfrischen Buch jetzt in den Medien zum Erfolg verhelfen. Im Gegenzug verspricht ihm Krusowicz eine stolze Summe. Reichlich verdutzt unterschreibt der frisch gebackene Pseudo-Autor den Vertrag. Als Ludo wenig später zu seinem Auto zurückkommt, findet er auf dem Rücksitz die Leiche eines Clochards. Und der Tote trägt tatsächlich eine Kopie "seines" Buches in der Manteltasche. Die Polizei ist ratlos und die Ereignisse überschlagen sich.Professor Tarantogas SprechstundeTüftler, Spinner und Utopisten präsentieren ihre teils kuriosen, teils unmöglichen Erfindungen. Der Erfinder des Perpetuum mobile gibt sein Ehrenwort, dessen Funktionstüchtigkeit zu beweisen, sofern ihm Professor Tarantoga, Spezialist für Erfindungen, doch bitte einen Vorschuss gäbe. Der Zudecker von Erfindungen möchte durch Manipulation der Vergangenheit die Entdeckung der Atomkraft ungeschehen machen. Ein anderer will mit seinem Phantomotron okkulte Geistwesen erzeugen, um den Spiritismus zu rechtfertigen. Wieder einer hat die perfekte Waffe gegen den Terrorismus erfunden, bietet aber dazu auch Gegenmittel und Gegen-Gegenmittel an, weil ja schließlich Rüstungskonzerne auch Panzer und Panzerabwehrraketen zusammen verkaufen. Schließlich stellen sich zwei Herren Tarantoga als Antecipisten vor. Ihre Tätigkeit sei die Erfindungsprophylaxe, was freilich nicht bedeute, dass sie Erfindungen zu verhindern gedächten, im Gegenteil: Die Menschheit solle rechtzeitig auf künftige Entwicklungen vorbereitet werden, um so dem Schock ungewollter, aber nicht mehr vermeidbarer Folgen von Erfindungen zu begegnen. Nicht nur, dass die beiden sich zu diesem Zweck eine neue, zweckdienlichere Anatomie für den Menschen ausgedacht haben; sie präsentieren auch eine von ihnen entwickelte "existentielle Relativitätstheorie", mit der sie angesichts der materiellen, geistlosen Welt die Schaffung eines völlig neuen Glaubens propagieren, die Errichtung einer neuen, begrifflichen Welt, um ein positives Bild der Zukunft zu zeichnen; es werde eine Ingenieurtechnik der Sinngebungen und Werte entstehen, nicht um propagandistische Hoffnung zu wecken, sondern um den Bedürfnissen des Menschen zu dienen und ihm eine neue Daseinsberechtigung zu geben.Nichts für bange GemüterLeib und SeeleZwei Ehepaare, die vor knapp einem Jahrzehnt eng befreundet waren und sich auf einen Partnertausch einließen, begegnen sich wieder. Man isst, man trinkt und redet. Was wie eine Ehekomödie beginnt, endet als intellektuelles Duell.Ein an der Realität orientiertes, psychologisches Drama, in dem keine Lösungen angeboten werden, weil eine logische Beweisführung in Liebesbeziehungen und Liebeskonflikten unmöglich erscheint.Reise zum Mittelpunkt der ErdeDer Hamburger Professor Lidenbrock ist ein ebenso angesehener wie sonderbarer Gelehrter. Er hält Vorlesungen am Johanneum über Mineralogie und gilt durchaus als Koryphäe auf seinem Gebiet. Dennoch liegt ihm herzlich wenig daran, dass seine Studenten die Lektionen auch besuchen - im Gegenteil: Lidenbrock ist eine Art egoistischer Gelehrter, ja geradezu ein Geizhals in Wissensdingen. Lediglich seinen Neffen Axel, der als Waise bei ihm in der Königsstraße zu Hamburg wohnt, weiht er in seine Entdeckungen ein. So auch an jenem denkwürdigen Maisonntag des Jahres 1863.In einer uralten isländischen Fürstenchronik entdeckt Lidenbrock ein Dokument. Es enthält offenbar eine in Geheimschrift verfasste Botschaft des isländischen Alchimisten Arne Saknussemm. Durch einen Zufall kommt Axel dem Rätsel auf die Spur. Saknussems Botschaft verrät einen Weg, zum Mittelpunkt der Erde zu gelangen. Sogleich will Professor Lidenbrock diese Reise selbst unternehmen. Ungefragt bestimmt er Axel zu seinem Begleiter und Chronisten. Dem besonnenen Neffen scheint diese waghalsige Unternehmung unausführbar. Professor Lidenbrock jedoch schlägt alle als gesichert geltenden Erkenntnisse in den Wind. Und selbst Axels Verlobte, die junge hübsche Grete, unterstützt das Vorhaben des Professors. Über Kiel und Kopenhagen erreichen Lidenbrock und Axel per Schiff Reykjavik auf Island. Hier machen sie Bekanntschaft mit dem Naturwissenschaftler Professor Friderickson. Durch seine Vermittlung gesellt sich der Eiderentenjäger Hans zu den beiden Hamburgern. Am 16. Juni 1863 brechen sie zu dritt von Reykjavik aus auf und durchqueren das kahle, von Gebirgen durchzogene Land. Einige Tage später erreichen sie den Krater des Snäfields. Am letzten Junitag verrät der Schatten des Vulkangipfels den Weg ins Erdinnere. Der Abstieg kann beginnen. Nach sechseinhalb Stunden und zweitausendachthundert Fuß erreichen sie den Boden der senkrechten Schlucht. Hier öffnet sich ihnen eine Lavagalerie. Als sie eine Weggabelung erreichen, wählt Lidenbrock kurzentschlossen den östlichen Tunnel. Als der Gang endet, müssen sie zurückkehren. Unterdessen ist der Wasservorrat zur Neige gegangen. Die Expedition droht zu scheitern. Hans verlässt während des Nachtlagers die Gefährten. Wird er das überlebenswichtige Elixier finden?Wovon wir leben und woran wir sterbenEin Mann macht zu Hause seinem Ärger Luft. Der Betrieb, für den er geschuftet hat, will ihn zum alten Eisen werfen; die Kollegen, die er einmal angelernt hat, ziehen erfolgreich an ihm vorbei. Felix Hildebrandt hat Angst um seine Zukunft. Nach Meinung seiner Frau Karin gibt es ein viel größeres Drama: In den Jahren des beruflichen Erfolgs ist die Liebe zwischen den beiden abgestorben. "Eine Studie über den Verschleiß der Seelen und den Verlust der Bindungen inmitten bundesrepublikanischer Tüchtigkeit", schrieb damals Marcel Reich-Ranicki.Anklage Vatermord - Der Fall Philipp HalsmannPhilipp(e) Halsman(n) zählt zu den besten Fotografen der Welt - er portraitierte die Stars für Vogue und Life. Es gibt jedoch ein Ereignis im Leben Halsmanns, das ihn als geheimes Trauma immer begleitete und über das er bis zu seinem Tod 1979 nie mehr geredet hat: 1928 stürzt Halsmanns Vater aus ungeklärten Gründen bei einer gemeinsamen Bergtour im Tiroler Zillertal ab. Der Sohn holt Hilfe, aber bei der Ankunft der Retter ist der Vater schon tot. Bei der Untersuchung der Unfallstelle kommen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Sohnes auf. Der Ort scheint zu unwahrscheinlich für einen Absturz, und bald finden sich Indizien, die auf ein Gewaltverbrechen schließen lassen. Da Vater und Sohn alleine waren, kommt nur Philipp als Täter in Frage. Er wird verhaftet: Anklage Vatermord. Was wirklich geschehen ist, weiß man bis heute nicht mit Gewissheit, doch Martin Pollack versucht, die Spuren des authentischen Kriminalfalles, der sich in dem politisch aufgeladenen Klima der Zwischenkriegszeit zu einer internationalen Affäre entwickelte, so weit wie möglich aufzuklären.Wie Nomaden reisenDie Unruhe ist in uns, einen Zug zum Unsteten hat auch der Sesshaftige in sich aufbewahrt. Über dieses Nomadische, das zugleich fremd und vertraut, erregend und melancholisch stimmend ist, sprechen Dichter, Philosphen und Musiker: z.B. Heinrich von Kleist und Christa Wolff, Friedrich Nietzsche und Paul Virilio, Pierre Clastres und Michel Foucault, offen oder versteckt, sich selbst nicht immer bewusst. Wolfgang Hagen hat 1983, lange vor der intellektuellen Entdeckung des syklischen Unterwegsseins in unserer Gegenwart, in einer nomadisierenden Sprach- und Klangreise, die mit Worten aus der Bibel beginnt und einem Text von Franz Kafka endet, die Spuren dieses versteckten Bewusstseins gelesen und miteinander in Beziehung gesetzt. Gottfried von Einem hat das Hörspiel elektronisch auf neuen Standard gebracht und zum Teil neu gemischt.Riverside Drive 68 / 2000 Eine Woche in Johnsons "Jahrestagen""Wer erzählt hier eigentlich, Gesine. - Wir beide. Das hörst du doch, Johnson."Gesine Cressphal und Uwe Johnson erzählen eine Woche aus ihren Jahrestagen, die Woche vom 20. bis zum 27. April 1968. Das Stereo-Mikrofon, der DAT-Walkman des Hörspielautors liefern dazu den Original-Ton von Manhattan im April 2000. So läuft der Hörer in einem subjektiven Sound-Travelling durch die Straßen von New York, durch das Handlungsgeschehen der acht Roman-Tage von ´68. Der fragmentarische Querschnitt durch eine Woche des dritten Bandes der "Jahrestage" wird ergänzt durch einen Längsschnitt, Bruchstücke aus dem von Rolf Michaelis zusammengestellten Register "Kleines Adressbuch für Jerichow und New York". Neben Gesine Cressphal und Uwe Johnson kommen auch Marie Cressphal und die New York Times zu Wort - Meldungen vom Tage, Meldungen aus dem April 2000 erzählen den Figuren der Fiktion und ihrem Autor, was geworden ist aus der Welt von damals, was sich heute zuträgt in New York City, in Mecklenburg und in Prag.Kurze Tagebuch-Eintragungen des Tonmanns ergänzen das Hörbild, stellen Bezüge her zwischen den Fundstücken, den Bruchstücken des fragmentarischen Roh-Schnitts, den erst der Kopf des Hörers zusammensetzt zu einer Topophonie der literarischen Landschaft Uwe Johnsons. Dieses Hörspiel versucht mit den Mitteln des Radios das, was Abbas Kiarostami in seinen Filmen versucht: "Ich glaube an eine Art Kino, das dem Zuschauer größere Möglichkeiten bietet und ihm mehr Zeit gibt. Ein Kino, das nur eine Hälfte kreiert, ein unvollständiges Kino, dessen zweite Hälfte der schöpferische Geist des Zuschauers selbst gestalten muss."Riverside Drive 68 / 2000 - ein unvollständiges Hörspiel, dessen zweite Hälfte das kreative Gehör des Hörers selbst gestaltet.Das Mädchen am Kanal»Wenn ein Kind schweigend leidet, dann ist das nicht sein eigenes Schweigen, sondern das der Erwachsenen«. So kommentiert Thierry Lenain seine Geschichte über sexuellen Miß-brauch, in der nur die Lehrerin merkt, dass mit Sarah etwas nicht stimmt. Auf der Suche nach den Ursachen von Sarahs Problemen, stößt sie auf ihre eigene Vergangenheit.Die Stadt der wilden GötterDer fünfzehnjährige Alex wird für einige Zeit zu seiner höchst sonderbaren Großmuttrer, der Reisejournalistin Kate Cold, geschickt. Die nimmt ihn kurzerhand mit auf eine Expedition ins Herz des Amazonasgebiets. Eine internationale Forschergrppe soll dort nach einem sagenumwobenen riesenhaften Wesen suchen.Alex lernt auf dieser Reise nicht nur viel über die geheimnisvolle, von Geistern und Dämonen bevölkerte Welt der Indianer, sondern auch viel über sich selbst, seine Stärken und Schwächen. Und er lernt Nadia kennen, die dreizehnjährige Tochter ihres Fremdenführere, mit der er unglaubliche Dinge erlebt.